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von Albert Velser, Vussem

1843
„Der Schöffe Peter Schmitz zu Mechernich ward mittelst hoher Regierungsverfügung vom 2ten Mai 1843 No 8373 zum Beigeordneten für die Spezial-Gemeinde Mechernich ernannt.
Die Witterung war das ganze Jahr hindurch naß, nur der Monat März ausgenommen, in welchem Trockenheit vorherrschte. Im ganzen Jahr stieg die Hitze nie über 20 Grad Reaumur (25 °C). Die Kälte betrug nie mehr als 8 Grad. Die den Sommer hindurch mit Kühle verbundene Näße  verursachte das die Blüte der Früchte teilweise zu Grunde ging weshalb bei schönem Stroh der Körnerertrag gering war. Gemüse und Kartoffel geriethen mittelmäßig. Der Gesundheitszustand von Menschen und Vieh war gut.
Es wurde außer einigen Reparaturen an Gemeindewegen keine Bauten ausgeführt.
Die Eisen- Berg- und Hüttenwerke gingen sehr schwach, weil durch die Konkurrenz des englischen Eisens die Preise der Fabrikate zu sehr heruntergedrückt waren, und überdies die Nachfrage fehlte. Wegen der Einfuhr fremden Bleies mangelte es auch an Absatz für die Produkte des Bleibergbaues und Hüttenbetriebe, weshalb hierbei, wo früher 3 – 400 Menschen beschäftigt waren, kaum 60 Personen Arbeit und Verdienst fanden.

                                                                                            Holzheim, den 11.März 1844
1844
Die Stelle des nach kurzer Krankheit am 19ten Januar 1844 mit Tode abgegangenen Bürgermeisters Franz Josef Schmitz zu Heistardburg wurde der Hüttenmeister Heinrich Wilhelm  Schruff zu Eiserfey zum commißarischen Bürgermeister von Vussem ernannt und am 11 ten März in dies Amt eingeführt.
Der Beigeordnete Johann Peter Schmitz zu Mechernich starb am 3ten April, dessen Stelle blieb unbesetzt. An die Stelle des im vorigen Jahr zum Beigeordneten beförderten Schmitz ward  mittelst königlicher Regierungs-Verfügung vom 1. März 1844 der Ackerer Johann Vogt zu Mechernich zum Gemeinderathsmitglied ernannt. Für den Verstorbenen Ludwig Briesgen trat dessen Sohn Michel Briesgen gemäß königlicher Regierungsverfügung vom 9ten September 1844 als Gemeinderathsmitglied ein.
Die Witterung war das ganze Jahr hindurch gemäßigt, Frühling und Sommer jedoch anhaltend feucht und wenig warm weshalb der Körnerertrag aller Fruchtgattungen sehr mittelmäßig ausfiel. Stroh gab es eine ziemliche Menge. Kartoffel, Gemüse, Heu und sonstige Fruchtkräuter geriethen gut. Die ersten zehn Tage des Monats December waren bei mäßigem Schnee sehr kalt, so daß daß Reaumursche Thermometer einigemale 13 Grad (16,3 °C) Kälte zeigte.
Der Gesundheitszustand war unter Menschen und Vieh sehr gut. Der Keuchhusten herrschte zwar unter den Kindern, raffte jedoch nur wenige derselben hin.
Es sind im Laufe des Sommers 9 Haushaltungen, bestehend aus 54 Köpfen, aus der Bürgermeisterei nach Nordamerika ausgewandert.
Auf der Straße von Mechernich nach Vussem wurde die 440 Ruthen lange Stecke vom sogenannten Tiefenbach bis Schneidmühle im Verding im Grundbett gesetzt und mit einer Steindecke versehen, was einen Kostenaufwand von 827 Rth., ohne die 80 Rth. 2 Sgr. Grundentschädigung verursachte. Außerdem wurden mehrere andere Gemeindewege in Stand gesetzt.
Der Pfarrer Damian Josef Velder zu Holzheim, die Witwe Franz Josef Schmitz zu Heistardburg und die Jungfer Anna Sibille Schmitz zu Eiserfey erboten sich durch Notarial-Akt vom 23. Juni 1844 aus eigenen Mitteln eine neue, zu 7000 Rth. Baukosten und 1589 Rth. 22 Sgr. Naturaldiensten veranschlagte Kirche zu Holzheim zu erbauen, wenn die Pfarreingesessenen die letztgedachten Naturaldienste selbst leisten würden. In Ausführung dieses Anerbietens wurde der Bau gedachter Kirche in diesem Jahr in seinen Umfassungsmauern beendigt und unter Dach gestellt. Der Weiterbau wird im Jahr 1845 stattfinden. Den vorgenannten Schenkgebern wurde eine eigene abgesonderte Begräbnisstätte für sich und ihre Familien auf dem Kirchhofe und ein eigener Stuhl in der neuen Kirche bewilligt.
Der Betrieb der Blei- und Eisen-Bergwerke war sehr schwach und namentlich beim Bleibergbau ist kaum ein Viertel der früheren Arbeiterzahl beschäftigt gewesen, weshalb viele arbeitskräftige Leute ohne Verdienst waren. Die Noth und der Geldmangel haben daher einen hohen Grad erreicht. Die Stockung der Berg- und Hüttenwerke rührt von Mangel an Absatz der Fabrikate und sehr geringen Preisen her. Letztere werden nicht eher steigen bis ein bedeutender Schutzzoll gegen die Einfuhr ausländischen Eisens und Bleies festgestellt wird.

                                                                                          Holzheim , den 24. Februar 1845

Quelle: Chronik der Bürgermeisterei Vussem

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