Heimat & Geschichtsverein

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von Albert Velser, Vussem

1845
„Mittelst hoher Regierungs-Verfügung vom 13.Juni No. 13, 842, I, wurde der Eigenthümer Gottfried Schneider zu Mechernich zum provisorischen Beigeordneten an Stelle des im vorigen Jahr verstorbenen Schmitz ernannt und am 30. Juli eingeführt. An Stelle des verstorbenen Johann Lessenich zu Breitenbenden trat der dortige Ackerer und Mahlmüller Johann Steffens gemäß Ernennung vom 7. Januar unterm 24.Februar als Gemeinderathsmitglied ein. Desgleichen für den verlebten Theodor Schumacher am 4. März gemäß Ernennung vom 3. Januar selbigen Jahres der Ackerer Hubert Botz zu Mechernich.
Der Pfarrer Johann Peter Kuetgens zu Mechernich wurde von dort nach Kentenich versetzt und an dessen Stelle der bisherige Vikar zu Neuhs, Nikolaus Grün, als Pfarrer in Mechernich ernannt und am 10.September feierlich eingeführt.
Die Witterung war das ganze Jahr hindurch mehr feucht als trocken; vom 20. Januar bis Februar lag hoher Schnee; die Kälte war am stärksten am 20.Februar bei 20 Grad Reaum. (- 25 °C). Die stärkste Hitze war am 7. Juli und betrug 28 Grad Reaum. (35 °C).
Wahrscheinlich in Folge der Nässe des Sommers wurden die Kartoffeln von einer Krankheit befallen, in Folge welcher die schönsten Knollen in trockene Fäulniß übergingen und von innen eine gelblich graue Farbe annahmen. Die Krankheit äußerte sich im Monate August dadurch, daß das Kartoffellaub schon gelb und schwarz zu werden anfing. In Folge der geringen Kartoffelernte stieg der Preis derselben auf beinahe 2 Thaler per Scheffel. Die Körnerfrüchte und Gemüse waren mittelmäßig gerathen, kamen aber wegen des Mangels an Kartoffeln doch in ungewöhnlich hohen Preis. Die gelinde Temperatur des folgenden Winters machte den Mangel an Lebensmittel erträglicher.
Der Gesundheitszustand von Menschen und Vieh war gut.
Die Arbeiter in den Blei- und Eisensteingruben sowie an den Hüttenwerken und Schmelzen wurde thätig betrieben; an Absatz des Eisens und Bleies fehlte es nicht; die Preise waren aber niedrig.
Die Straßenstücke von dem Tiefenbach bis zur Neuhütte bei Vussem wurden ausgebaut und der Bau einer Fahrbrücke unterhalb Vuhsem ausgeführt.
Der Kirchenbau in Holzheim wurde beendigt und am 21. September dem Pfarrpatronsfeste vorläufig eingesegnet.
In Bergheim wurde ein Gemeinde-Brunnen für 65 Th. neu beschafft und aufgemauert.
Es wanderte im Frühjahr eine vier Köpfe starke Haushaltung von Harzheim nach Nordamerika aus.
Am 11. Februar Abends gegen 8 Uhr brach in einem Stalle des Gottfried Schneider zu Mechernich Feuer aus, wodurch dieser und ein Anbau, zu 250 Th. bei der rheinischen Provinzial Feuer-Societät versichert, einäscherten. Das gleiche entstand in der Nacht vom 15. auf den 16. August um ein Uhr in der Scheune des Bergmanns Peter Gärtner zu Mechernich, wodurch diese, zu 150 Th. versichert, so wie die anstoßende zu 200 Th. versicherte Scheune des Paul Gärtner abbrannte.
Am 9.Januar verunglückte der 24 jährige Matthias Brück zu Roggendorf in der Bleigrube „Schneider"  durch  Herabfallen einer Steinmasse aus der Firste.
Am 24. Juli Morgens 4 Uhr wurde auf dem Fußwege von Mechernich nach Commern im Kirchforste der 21 jährige Schustergeselle Anton Petzer aus Wiesbaum in seinem Blute gefunden, indem er sich des vorigen Abend um 9 Uhr dort mit einem Rasiermesser die Luftröhre durchgeschnitten hatte. Die Wunde wurde zugenäht, worauf der Petzer genaß.- Am 27. December Morgens 10 Uhr schlug der Maurer Johann Münchhalffen zu Harzheim den zu Besuch bei ihm anwesenden Schwager, Tagelöhner Gottfried Schneider aus Grosbüllesheim, so über den Kopf, daß er am 29. des Monats Mittags 12 Uhr starb.

Vussem, den 24.März 1846.

Der Bürgermeister und Gemeinderath


                                                                                      
Quelle: Chronik der Bürgermeisterei Vussem

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