Heimat & Geschichtsverein

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von Albert Velser, Vussem

1846
„Das Jahr war im Ganzen trocken. Dem gelinden Winter, in welchem die Kälte nie mehr als 6° Reaumur betrug, folgte ein lange anhaltender heißer trockener Sommer, in welchem die Hitze oft über 25° Reaumur stieg. Am 28 Februar fand man im Freien schon blühende Veilchen; Der Winterroggen stand gegen Hälfte März in der Blühte. Vor Eintritt der Blühte des Roggens zeigte sich an demselben der Rost, so daß er nur wenig zum Blühen kam, und kaum den vierten Teil einer gewöhnlichen Ernte lieferte. Alle Sommerfrüchte und Gemüse, Futterkräuter verdorrten beinahe in der anhaltenden Trockenheit; die Kartoffel wurden zudem wie im vorigen Jahr von der Fäule ergriffen. Durch dieses Fehlschlagen der Ernte entstand eine große Not unter den Einwohnern, welche noch größer war als jene des Jahres 1817, weil jetzt die Gelegenheit zum Gelderwerb viel geringer gewesen als damals.
Am 29. Juli Abends 9 ½ Uhr verspürte man ein Erdbeben welches sich durch einen etwa zehn Sekunden anhaltenden rüttelnden Stoß äußerte und die Möbel in den Gebäuden bewegte. Währenddessen herrschte schwacher Südwestwind bei bedecktem Himmel.
Am 19. December war ein außerordentlicher Sturm mit Schnee.
Am 13. Juli wurde die Gemeinde-Ordnung vom 23. Juli 1845 hier eingeführt, und die Bürgermeisterei in acht Spezial-Gemeinden, nämlich 1. Vussem=Bergheim, 2. Holzheim, 3. Harzheim, 4. Breitenbenden, 5. Lorbach, 6. Strempt, 7 Roggendorf und 8. Mechernich, jede mit einem eigenen Haushalte, Vorsteher und Gemeinderath eingeteilt. Als Vorsteher wurde ernannt auf sechs Jahre, zu Vussem=Bergheim der Michael Müller zu Vussem, zu Holzheim der Beigeordnete Michael Josef Sistig, zu Harzheim der Heinrich Heimersheim, zu Breitenbenden der Johann Josef Schröder, zu Lorbach der Peter Schneider, zu Strempt der Adolf Josef Schmitz zu Roggendorf der Wilhelm Jung und zu Mechernich der Hubert Botz. Zu Beigeordneten der Bürgermeisterei wurde der Michael Josef Sistig zu Holzheim und Gottfried Schneider zu Mechernich auf sechs Jahre ernannt.
Außer den Gemeinderäthen der Special=Gemeinden wurde eine aus den acht Vorstehern und acht von den Gemeinderäthen aus deren Mitte gewählten Abgeordneten bestehenden Bürgermeisterrei=Versammlung für die Angelegenheiten der Sammt=Bürgermeisterei gebildet.
Es waren dazu von jeder Specialgemeinde ein Abgeordneter gewählt.
Der Gesundheitszustand von Menschen und Vieh war befriedigend.
Der Eisenstein=Bergbau so wie der Hüttenbetrieb ging fortwährend thätig; dagegen der Bleiberg und Hüttenbetrieb schwächer als gewöhnlich. Die Eisenpreise standen mittelmäßig, die Preise des Bleies aber geringe.
Das Straßenstück von Neuhütte bis Vussem wurde ausgebaut.
Am 24. Juni wurde auf der Grube Sittard in der Bleibergwerks Conzession Guenersdorf der Bergmann Johann Schröder aus Breitenbenden durch eine aus der Firste herabfallende Sandsteinmasse, die sich wegen einer flach durchlaufenden Lettenschicht gelöst hatte, plötzlich erschlagen, und zwei andere Arbeiter verwundet.


Vussem, den 03.Juli.1847.                    Die Bürgermeisterei=Versammlung


Quelle: Chronik der Bürgermeisterei Vussem

Mit dieser Fortsetzung endet die Veröffentlichung der Vussemer Bürgermeistereichrnonik 1825 - 1846

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