Heimat & Geschichtsverein

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von Albert Velser, Vussem
1825
„Nach dem erfolgten Ableben des Steuer Controleur Havenberg wird der Steuer Kontrolleur Giesel mit dessen Geschäften beauftragt. Hubert Wehrgen aus Heimbach wird durch  landrätliche Verfügung vom 28. September an als Kaminfeger für diese Bürgermeisterei ernannt.  
Es herrschte in diesem Jahr eine große Dürre. Die Sommerfrüchte notreiften meistens; die Winterfrüchte brachten weniges Stroh jedoch genügsam Körner und die Gärten und Feldgemüse geriethen wegen der anhaltenden Trockenheit sparsam.
Während dem Monat May stellten sich mehrere Nachtfröste ein, das Eichenlaub erfor und die frühen Gemüse erlitten Beschädigung. Während dem November zum wiederholtem male heftiger Sturmwind wodurch Dächer und Gebäulichkeiten beschädigt, mehrere Bäume entwurzelt und umgeschlagen wurden.
Am 8. März stürzte der 17 jährige Grubenarbeiter Heinrich Vith aus Strempt beim Einfahren in den Schacht Paulus, auf dem von Meinartzhagenschen Bleibergwerk und starb zwei Tage darauf an den Folgen des Sturzes.
Am 3. November verunglückte in einer Kiesgrube oberhalb Heistart bei Holzheim der Junggesell Ludwig Josef Zingsheim aus Lorbach, 25 Jahre alt, Sohn des dasigen Ackeres  Peter Zingsheim. Derselbe wurde beim Aufladen seiner Karre in der Grube überschüttet und hat durch bloße Unvorsichtigkeit den Unglücksfall herbeigeführt.
Es fand in diesem Jahr eine Zwillingsgeburt statt. Der älteste der Verstorbenen erreichte das 91. Lebensjahr.
Der Bau der Kreisstraße zwischen Zingsheim und Harzheim trat in Schwung. Die von einem ungenannten, den Armen der Pfarrgemeinde Holzheim legierte Summe von 38 Thaler und 13 Sg (Silbergroschen) erhielt vom 13. April an die landesherrliche Bestätigung.
Unter den Kindern jugendlichen Alters brachen in den ersten Monaten des Jahres die Masern aus, mehrere Hundert erkrankten und 27 Kinder wurden das Opfer dieser Seuche.
Am 5. Februar erging vom Landgericht zu Aachen das Urteil in der Prozeßsache der Gemeinde Vussem gegen die Gebrüder Ludolph, Carl und Alexander Henseler auf der Neuhütte bei Vussem, welche sich unterstanden hatten zehn am Wege von Vussem nach Breitenbenden unterhalb dem Neuwerk stehende Acacienbäume zu fällen  und wegfahren zu lassen. Dieselben wurden zum Schadenersatz von 18 Thaler und 10 Silbergroschen und in die Prozeßkosten ad 88 Thaler u. 18 Silbergroschen, zusammen 106 Thaler und 28 Sg. verurteilt“.
Neben den vorstehenden Eintragungen sind unter dem Jahr 1826 auch die Flächen der Kulturen wie z.B. Ackerland, Wiesen, Wildland, Heiden, Ödland, Fischteiche, Gärten, Gebäudeflächen, Gestrüpp, Wald, Mühlenteiche, (Schulholz?) und Halden im Einzelnen aufgeführt. Diese Flächen zusammen ergeben eine Grundfläche von gut 11307 Morgen. Hieraus wurde ein Steuerkapital von 8607 Thaler errechnet. Weiterhin sind zu jedem Jahr in einer vorgegebenen Tabelle Daten zur Bevölkerung wie Einwohnerzahlen, Geburten (uneheliche separat)  und Todesfälle, jeweils männlich und weiblich, aufgeführt. Es folgt die Anzahl der geimpften Kinder sowie der Kinder, die die Elementarschule besuchen. Zum Abschluss der personenbezogenen Angaben ist noch die Anzahl der zum Liniendienst eingestellten Männer angegeben. Es folgen dann der Viehbestand an Pferden, Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen. Zum Schluss sind die Erträge der Ackererzeugnisse pro Morgen an Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Spelz, Rübsamen und Kartoffeln sowie deren Preise pro Berliner Scheffel aufgeführt.

Die Veröffentlichungen aus der Bürgermeistereichronik werden in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt.

Quelle: Chronik der Bürgermeisterei Vussem

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