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Aus der Chronik der Bürgermeisterei Vussem  (10. Fortsetzung)

von Albert Velser, Vussem

1836
Die Einwohner Hubert Botz zu Mechernich, Hubert Anton Meyer zu Holzheim und Johann Hensch zu Lorbach werden mittelst Verfügung vom 16. August 1836, zu Mitglieder der Armen Commihsion von Vussem an die Stelle mittelst neuen Wahl ausgeschiedenen Johann Peter Schmitz, Josef Hack und Ludwig Briesgen ernannt und eingeführt. Peter Weihs seitheriger Feldhüter von Roggendorf stirbt und wird Peter Georg Hermann von da zum Flurschützen für die Gemeinde  ernannt.
Über den Nachtwache und patrollien Dienst wird das vom Bürgermeister entworfene Regelement am 30.Juli des Jahres genehmigt.
Die Wahl der Kreiswähler zu Abgeordneten und Stellvertreter zum provinzial Landtage, hatten am 29. Februar d.J. Statt und wurden in den späteren Wahlen der Bürgermeister und Gutsbesitzer Herr Franz Josef Schmitz gewählt und Allerhöchst bestätigt. Der seitherige Friedensrichter Brouelet von geht nach Aldenhoven und der bis dasige zu Aldenhoven angestellte Richter Schmitz  nimmt von der Richterstelle in Gemünd besitz.
Am 20.Januar wurde zu Mechernich das 50 jährige Dienstjubiläum des Gräfflich Lippischen Stollenmeister Herr Johann Daniel Schmelzer, der bis zum Jahr 1830 die Stelle als Mitglied des Gemeindraths bekleidete, auf höchst glänzende Weise gefeiert.
Dem Jubelgreis, der sich um die Gemeinde, Kirche und Schule manchen rühmlichen Verdienst erworben, wurde ein köstlich gearbeiteter silberner Pokal einen Beutelkorb vorstellend, am Abend  von Knappschaft einen Fackelzug gegeben, daß Fest durch freie Bälle, sowie durch    
Verabreichung eines Quart Wein  und Maisbrod an jeden Bergmann unvergeßlich gemacht auch wurde derselbe durch die Anwesenheit des Herrn Grafen zur Lippe u. Herrn Söhne so wie von Herrn Landrath Grafen von Beihsel erhöht.
Ein heftiges Gewitter, daß am 5. Mai hereinbrach und die Michaelis Kirche (vermutlich in Münstereifel) zündete endlich unter bedeutenden Schloßen und Überschwemmungen endete, sowie ein anderes, daß eben heftig am 18. August erfolgte und mit Sturmregen und Überschwemmungen endete, sind die einzigen schädlichen Naturereignisse.
Viehfutter mangelte im Frühjahr so häufig, daß in Dorf Vussem einige Stück aus Noth krepierten. Erst gegen Ende Mai gab es grünes Futter und im Juli verbrannte und verdorrte fast alles von der großen Sonnenhitze.
Im Alter von 56 - 91 Jahre starben 19 Personen und darunter Johannes Zander aus Harzheim im 92ten. Lebensjahre. Alle Geburten waren nur einfache ohne besondere Vorfälle.
Ein dem Einwohner Joseph Tillmann zu Breitenbenden zugehöriges Schaaf von gewöhnlicher Größe, gebahr am 21. Mai 1836, fünf junge Lämmer, alle wohl gestaltet und mittelmäßiger Größe drei krepierten nach ungefähr 1 Stunde, 1 lebte 8 und das letzte 9 Tage, beide würden wahrscheinlich durchgekommen sein, wenn man die Mutter nicht zu reichlich und kräftig gefüttert hätte. Im Monat August zeigte sich unter den Kindern in Mechernich der sogenannte blaue Husten und starben in einem Monat 6 Kinder daran. Im Monat Oktober war derselbe verschwunden.
Unter den Schweinen trat die (weiter nicht exakt lesbar) und  zu Holzheim und Harzheim fielen mehrere zum Opfer.
An Johann Everhard Pünder zu Mechernich wurden 2 Ruthen 45 Fuß Oberfläche zur Erlangung eines rechten Winkels an seiner Wohnung vom Gemeinde Wege gegen 12 Thlr. Entschädigung abgetreten, und dieser Überlassung unterm 15. August 1836 die Genehmigung der Königlichen Regierung ertheilt.
Die Bleigruben, die Aufbereitungs Anstalten und die  Schmelzgruben waren das ganze Jahr hindurch in ununterbrochenen Betriebe, und fehlte es an Absatz zu angemessener Preisen gar nicht. Im Sommer verminderte sich der Begehr an Metallschem Blei und sank der Preis 2/3 Thalr. p 50 Kilogramm. Die Spanischen Unruhen sind hauptsächlich an der Belebung des Handels und dem Absatz diesseitigen Produkten an Bleierz und Blei Schuld. Die Eisenhütte war wegen Kohlenmangel nicht anhaltend, und die Schneidmühle nur sehr wenig in Betrieb. Im Herbst diesen Jahres war große Übung und bei Coblenz das Hauptlager und Zusammenkunft des 8. Armeecorps – In den Monaten Juni, Juli und August herrschte fast anhaltende Trockenheit und große Hitze wodurch Gemüse und Viehfutter mangel eintrat. Mit Ende Juli war die Winterfrucht fast alle eingescheuert und mit der Hälfte des ersten Monats September war das Feld von jedweder Fruchtgattung kahl. Im Oktober begann es zu regnen und erhielt fortwährend schmutzig Wetter, gleichfalls als sollte es den langen und harten Winter verkünden.

                                                                                               Heistart den 20.Oktober 1837




Quelle: Chronik der Bürgermeisterei Vussem

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