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Aus der Chronik der Bürgermeisterei Vussem  (12. Fortsetzung)

von Albert Velser, Vussem

1838
„Der seit dem Jahr 1830 bei dem landrätlichen Amt zu Schleiden angestellt gewesener   Kreissekretär Cremer wird in gleicher Eigenschaft nach Düren versetzt und diese Stelle durch den bisherigen Regierungs=Sekreteriats Asistenten Chun aus Aachen wieder besetzt.
Joseph Müller aus Vuhsem, früher Beigeordneter und seit 1832 Schöffe und Feldhüter von Vussem, nimmt weil beide Stellen unvereinbarlich waren, seine Entlassung als Schöffe, und wird der Einwohner Johann Kolvenbach daselbst, mittelst Verfügung Königlicher Verfügung vom 10. September 1838 Nr. 15085 I zum Gemeinderaths-Mitglied ernannt und in seine Funktion eingeführt. – In gleicher Art sind durch Entsagung der Feldhüterstellen Mechernich, Breitenbenden, Bergheim, Lorbach und Strempt wo die seitherigen Schöffen auch Feldhüter waren, vakant geworden, und ist für Strempt der für Roggendorf angestellte Georg Peter Hermann, für die übrigen Ortschaften der Hubert Schick und sein Sohn Theodor Schick, als Gehülfe mittelst Verfügung der Kreisbehörde vom 3. September Nr. 6099 ernannt worden.
Der seit Februar bei der Annex-Kirche zu Harzheim angestellter Vikar Peter Josef Bremmer aus Münstereifel wird im Oktober wieder abberufen.
Am 29. May 1838 morgens gegen 9 Uhr wurde der Bergarbeiter Peter May, 19 Jahre alt aus Strempt, als er in der Grube Amalia, im Erzbau Schmerbotze genannt, in der Concehsion Meinertzhagen durch eine unversehens hereinstürzende Wand auf der Stelle zermettert.
Außer einer Zwillings-Geburt, kommen im Jahr 1838 bei den Geburten keine Merkwürdigkeiten vor. Die Margarethe Hilger, Witwe des vormaligen beigeordneten Bürgermeister Matthias Sistig von Holzheim erreichte das 82. Lebensjahr, und war die älteste unter den Gestorbenen.
Die außergewöhnliche Fruchtbarkeit des dem Einwohner Joseph Tillmann von Breitenbenden zugehörigen Schafes, welches 1836 fünf, 1837 drei, 1838 zwei Lämmer warf, und deren im Februar 1839 wieder drei folglich in 4 Jahren 15 (rechnerisch =13) beförderte, verdient wohl hier wieder aufgenommen zu werden.
An den Gemeindewegen wurden mehre Strecken gebaut. Auf dem Wege, der von den Hüttenwerken zu Eiserfey über Vussem und Breitenbenden zur Bezirksstraße nach Commern führt, und Bürgermeisterei Hauptweg ist, wurde von der Grenze bei Breitenbenden auf Mechernicher Hoheit die Kraft zweier Jahre zur Anlage eines neuen Weges(nicht exakt lesbar) deren Kosten in baar angeschlagen sich bei 1000 Thaler belaufen werden. Die Vollendung ist noch nicht ganz bewirkt.
Die im vorigen Jahr an der Haukrankheit bei dem Rindvieh am Bleiberge häufig vorgekommene Sterbefälle waren in diesem Jahr weit geringer was der größeren Vorsicht bei der Fütterung wohl zuzuschreiben ist. Am 6. Dezember 1837 ist zwischen Eheleuten Nicolaus Metzmacher und der Gemeinde Holzheim ein Tausch abgeschlossen worauf ersteren ihren unmittelbar an der Schule liegenden Garten von 11 Ruthen und 90 Fuß der Gemeinde, und die Gemeinde aus dem 10 Morgen 192 Ruthen 90 Fuß großen Driesch, 40 Ruthen 60 Fuß an die Eheleute Metzmacher abtreten und ist dieser Tausch von königlicher Regierung am 6. Februar 1838 A.2102 I genehmigt worden.
Die Gemeinde Strempt welche auf einen an der Strempter Hütte gelegenen Platz in Flur 21 H6.bezeichnet und 22 Morgen 115 Ruthen 50 Fuß Oberfläche haltend im Kataster auf die Namen Grafen zur Lippe und Gemeinde Strempt eingetragen, ein Eigenthums Recht behauptet, hat den möglicher Weiße dadurch entstehende Weitlaufigkeiten auszuweichen, ihr Anrecht an Grafen zur Lippe für 250 Thaler und aus dem in Flur 22 A 483 belegenen komplex Schafsberg genannt, 92 Morgen für 614 Thaler abzutreten, und wird die darüber aufgenommenen Verhandlungen von Königlicher Hochlöblichen Regierung  unterm 4. September 1838 N. 14796 I genehmigt. Der durch diesen Verkauf einkommende Betrag von 864 Thaler soll zum Ankauf oder Neubau eines Schulhauses in der Gemeinde Strempt verwendet werden.
In den Verhältnissen des Blei und Glasurerz handels hat sich im Jahr 1838 wenig Veränderung gegen das Jahr 1837 ergeben. Die Preise sind wie der Absatz jener vom Jahr 1837 ebenfalls ziemlich gleich geblieben und der Bergbau fortwährend in lebhaftem Betrieb erhalten worden. Das Eisenhüttenwerk in Vussem und die Eisenschneidmühle daselbst waren nicht anhaltend im Betrieb. Bei ersterem fehlten die Kohlen, bei der Schneidmühle aber war es geringer Absatz, indem diese Fabrik sich mit den bedeutenderen Anlagen in Gemünd nicht messen kann.
Der Endtertrag des Jahres 1838 war gegen jenen von 1837 in Allem vollkommen. Demnach waren die Preise vom Herbst her höher, wie im vorigen Jahr wozu die Kriegsbesorgnisse im ganzen beigetragen haben mögen. Anfangs Januar des Jahres 1839 wurden die Kriegsreservisten einberufen und die Armee auf Kriegsfuß gestellt, und wenn es auch ein noch so kriegerisches Aussehen angenommen, so ist jetzt kein Grund vorhanden, daß diese Vorsichtsmaßregel der Rüstung zu einem Kriege ferner noch erforderlich sei.

                         Heistartburg den 29.April 1839
Der Bürgermeister und Gemeinderath


Quelle: Chronik der Bürgermeisterei Vussem

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