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von Albert Velser, Vussem
Auf dem Friedhof bei der Kirche in Holzheim befindet sich eine auffallende und gut gepflegte Grabstätte, von der nur wenige wissen, wer hier bestattet ist.
Errichtet wurde die Grablege, bei der es sich um eine der wenigen Gruften im Stadtgebiet Mechernich handelt, von dem Fabrikanten Peter Girards von der Neuhütte in Vussem.
Der Gießereimeister Peter Girards kam mit seinen Brüdern aus Esch bei Jünkerath und kaufte 1883 die Gießerei „Neuhütte“ in Vussem. Bald schon blühte der Betrieb auf und wurde um eine mechanische Werkstatt erweitert, um die gegossenen Maschinenteile bearbeiten zu können. Peter Girards war bald alleiniger Eigentümer. Mit seiner I. Ehefrau Johanna Hubertina Margarethe Cäcilia Dreesen hatte er zwischen 1890 – 1892 drei Kinder, die alle im Säuglingsalter starben. Diese Kinder sind nicht unter denen in der Gruft beigesetzten aufgeführt. Somit ist davon auszugehen, dass die Begräbnisstätte im Jahr 1909, dem Sterbejahr der I. Ehefrau angelegt wurde. Da Vussem von ca. 1804 bis 1918 zur Pfarrei Holzheim gehörte, wurden die Verstorbenen auch dorthin beerdigt.
Zur Ausführung der Grabstätte kann folgendes gesagt werden:
Die Einfassung ist aus Blaustein mit Eckpfeilern und Pyramidenverdachung. Das Denkmal ist aus poliertem Granit und der Sockel vom gleichen Material, jedoch nicht poliert. Der Gußkorpus wurde entweder bei der Fa. Girards oder der Fa. Simon u. Ulrich in Mechernich hergestellt. Sehr selten in unserer Region ist die Gestaltung des Grabes als gemauerte Gruft. (Mitteilung Steinmetzbetrieb Fa. Simons, Mechernich) Peter Girards heiratete in II. Ehe Magdalena Distelrath und hatte mit ihr vier Kinder, von denen Elisabeth * 02.06.1911 und Johannes * 04.04.1914 im Jahr 1915 kurz hintereinander verstarben und hier ihre letzte Ruhe fanden. Zuvor erfolgte im Jahr 1913 noch die Beisetzung der Mutter der II. Ehefrau, Elisabeth Distelrath geb. Roos. Am 6. Januar 1918 verstarb Peter Girards, der Stifter der Gruft, im Alter von 58 Jahren und fand neben den Familienmitgliedern seine letzte Ruhe. Der Verstorbene war sicherlich eine verdienstvolle Person. Zu den größten Verdiensten zählt sein Engagement in der Neu-hütte, die Bewerkstelligung der kirchlichen Loslösung der Orte Vussem und Breitenbenden von der Pfarrei Holzheim und die Bereitstellung einer größeren Räumlichkeit in der Neuhütte zur Nutzung als sogenannte Notkirche. Als bislang Letzte wurden 1966 die II. Ehefrau sowie 1992 der Sohn Peter Girards jun., der von ca. 1936 bis 1954 die Maschinenfabrik Girards in Vussem führte, hier beigesetzt. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die beiden zuletzt Beigesetzten auch an dem Bau der Vussem/Breitendener Pfarrkirche (1939–1941) beteiligt waren.

Ansicht der Grabstätte auf dem Friedhof in Holzheim                                                                                                

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