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Übersicht zu der Holzheimer Familie Wachendorf

 

von Albert Velser, Vussem

 

Viele Personen in Holzheim und Umgebung haben in ihrer Ahnentafel einen Vorfahren mit dem Namen Winand Wachendorf. Der Genannte entstammte dem Familienkreis der im Raum Münstereifel und Euskirchen ansässigen und privilegierten Familien Wachendorf. Seine Geburt war 1652 in Münstereifel. Später besuchte er die Lateinschule (vermutlich in Münstereifel) und hiernach das Dreikönigsgymnasium in Köln. Im Jahr 1671 war seine Immatrikulation an der Universität der Domstadt. Seine erste Ehefrau wurde 1677 Gertrud Nolten, die Tochter des Schultheiss in Zons am Rhein. Aus dieser Ehe entstammen zumindest zwei Söhne mit Namen Johann Ferdinand und Johann Matthias, die zwischen 1678 und 1684 geboren wurden. Zwischenzeitlich wurde Winand Wachendorf vom St. Georgsstift in Köln, das die Herrschaft über Holzheim ausübte, zum dortigen Schultheiss  bestellt. Das heißt, er vertrat die Interessen und Rechte des Stiftes St. Georgen in Köln gegenüber den Einwohnern von Holzheim und dem zugehörigen Ort Breitenbenden. So ist es nicht verwunderlich, dass er in dem vom Euskirchener Thomas Esser verfassten Roman „Der Schmied von Holzheim“ eine der Hauptfiguren darstellt. Aus der zweiten Ehe im Jahr 1691 mit Elisabeth Sturm aus Münstereifel stammen weitere sechs Kinder: Hermann Josef, Martin, Johannes Peter, Anna Maria, Anna Christina  und Anna (Katharina?), die zwischen 1692 und 1705 in Holzheim geboren wurden. Auch die Kinder (zumindest die Söhne)  hatten wie der Vater die Möglichkeit eine Schule zu besuchen und gegebenenfalls ein Studium zu absolvieren. Das wird auch aus deren späteren Tätigkeiten ersichtlich. Dass sich die Familie in Holzheim  integrierte, zeigt sich wohl an der Gründung der ersten örtlichen Schule im Jahr 1716, also vor nahezu 300 Jahren. Diese wurde nämlich aufgrund einer Spende der Eheleute Wachendorf/Sturm und von einer weiteren örtlichen Familie  ermöglicht.

 

Übersicht zu den Kindern aus den Ehen Wachendorf/Nolten und Wachendorf/Sturm:

Johannes Ferdinand Wachendorf, geboren um 1678,studierte wie der Vater in Köln und wurde Gerichtsschreiber der Reichsherrschaft Kommern. Von seiner Ehefrau Maria ElisabethBollich/Bollig wurden ihm 8 Kinder geboren. In sein Amt folgt 1758 der Sohn Wilhelm. Dessen Tochter und einziges Kind Maria Christina Josefa heiratete 1783 den späteren Kommener Maire (Bürgermeister) und Bergwerksunternehmer Sebastian Günnersdorf.

Die wohl größte Karriere absolvierte der 1684 geborene Johannes Matthias Wachendorf. Nach dem Besuch des Gymnasiums Montanum  in Köln und der Studienzeit an der dortigen Universität wurde er Offizier in kaiserlichen-königlichen Diensten unter Prinz Eugen von Savoyen. Im Jahr 1730 war er Platzmajor der Festung Graz in Österreich. Inzwischen erfolgte auch seine Erhebung in den Adelsstand.

Den 1692 geborenen Hermann Josef Wachendorf zog es nach Kommern wo er als Wirt tätig war.

Der 1694 geborene Martin Wachendorf, verheiratet mit Anna Margarethe Frohn, wurde wie sein Vater Schultheiss in Holzheim. Dieses Amt übte er bis ins hohe Alter aus. Sein wohl einziger Sohn gehörte dem Orden der Prämonstratenser im Kloster Steinfeld an. Eine seiner Töchter heiratete in die bekannte  Urfter Familie Römer ein und eine weitere heiratete den nach Holzheim verschlagenen Jakob Hilger. Dieser stammte aus Hannebach bei Wehr und war ein Neffe des Steinfelder Abtes Gabriel Hilger (1750 – 1767). 

Der 1696 geborene SohnJohannes Peter (Matthäus)wurde 1724 als Prämonstratenser zum Priester geweiht. Nach Stationen in Sistig, Zülpich, Dünnwald, Füssenich und Wildenburg wurde er Kellermeister in Niederehe. Nach der Ernennung zum Provisor in Steinfeld erfolgte 1744 seine Versetzung nach Ahrweiler, um dort wieder in der Verwaltung tätig zu sein.

Anna Christina, die 1701 geborene Tochter der Eheleute Wachendorf/Sturm, verehelichte sich mit Heinrich Hack aus Mechernich.

Diese nun vorgenommene Kurzübersicht zu der Holzheimer Familie wirft im Besonderen für den genealogisch interessierten Leser viele neue Fragen auf. Zu den im Ort verbliebenen Namensträgern gibt die Veröffentlichung von Wolfgang Gründler „Das katholische Kirchspiel Holzheim St. Lambertus 1692 – 1805“ hinlängliche Auskunft.

Abschließend sei noch erwähnt, dass die Holzheimer Wohnstätte „Küsterhof“ (ehemals Ferver) 1680 von Winand Wachendorf gekauft und von der Familie bewohnt wurde. In Verbindung mit Mitgliedern der Familie stehen die in der Heistard Straße befindlichen Anwesen ehemals Josef Hack sowie ehemals Albert Ferver und das alte Klinkhammers Haus.

 

Quellen: Genealogie von Glaunach, Wien, Östereich

                Kirchenbücher Holzheim,

                Akte Schulgründung in Holzheim im Erzbischöflichen Archiv Köln

                Dr. H.U. Becker, Odendorf

                Josef Bresgen, Iversheim

            Genealogie A. Velser, Vussem

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