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von Albert Velser, Vussem

Einst wurden vom Fey- und dem zufließenden Hauserbach viele Wasserräder angetrieben, die wiederum ihre Kraft weitergaben an die zugehörigen Mehl- und Ölmühlen sowie die Hammer-,  Schmiede-, Poch- und Hüttenwerke und sonstige diverse Einrichtungen. Hierunter war auch eine Pulvermühle in Eiserfey sowie ein in Burgvey noch heute in Betrieb befindliches Wasserpumpwerk für das Haus Hombusch. Von den Mehlmühlen sind drei erhalten geblieben, die zwar nicht mehr in Betrieb sind, aber ihre Arbeit sofort wieder aufnehmen könnten. Einige der früheren Arbeitsstätten wurden im Laufe der Zeit umgewandelt. Dieses erfuhr auch die Neuhütte in Vussem, die sich vom Rheidtwerk (Hüttenwerk) über eine Gießerei und letztlich zu einer modernen  Maschinenfabrik von Weltruf entwickelte. Leider existiert das Unternehmen nicht mehr. Die Nachfolgefirmen sind aber weiterhin in der Eisenbearbeitung tätig und fertigen nach wie vor hochpräzise Maschinenteile.
Eine Umwandlung erfuhr auch die zweite Breitenbendener Mühle (die erste und ältere befand sich in Nähe der Kapelle im heutigen Anwesen Mießeler), die sich von einer Mehlmühle über eine Glasschleiferei zu einem modernen Glasereibetrieb entwickelte.
Begründet wurde die Mühle von Peter Josef Nöthen, der Müller auf der am Veybach gelegenen Feyermühle war. Er erbaute1855 am damaligen Breitenbendener Ortsausgang die zweite örtliche Mehlmühle. Zu dieser Mühle, die von einem 11 Fuß Durchmesser (= 3,452 m) großen Wasserrad angetrieben wurde, gehörte weiterhin ein Wohnhaus und ein Stall. Der Antrieb des Wasserrades erfolgte auch hier vom Wasser des Feybachs, das über einen Wassergraben (Mühlengraben) zugeführt wurde und heute noch existiert. Wenige Jahre nach der Erbauung geriet Peter Josef Nöthen in finanzielle Schwierigkeiten und das Anwesen gelangte 1862 an die Familie des Peter Paul Hubert Schmitz aus Kommern. Nach dem frühen Tod des Peter Paul Hubert Schmitz, dessen Ehefrau Margarethe eine Schwester Arnold Steffens, des  Breitenbendener Müllers der älterern Mühle war, erwarb der Glasschleifer Christoph Dasburg die Mühle im Jahr 1872 mit dem zugehörigen Grundstück, um hier eine Glasschleiferei einzurichten. Christoph Dasburg, der aus Schankweiler/ Holsthum bei Bollendorf stammte und 1884 die ebenfalls von dort stammende  Katharina Bisenius heiratete, hatte bereits einige Jahre in Aachen als Glasschleifer gearbeitet. Nach dem Erwerb der Mühle begann er sofort mit seiner Arbeit. Fortan trieb das Wasserrad eine Glasschleifeinrichtung an. Da der Schleifstaub über das Wasser in den Feybach gelangte, wurden bereits in damaliger Zeit von den Behörden Umweltbedenken angemeldet. Ebenso wurde Christoph Dasburg auf gesundheitliche Bedenken hingewiesen, weil der Schleifraum auch als Kaffee- und Mittagspausenraum diente. Nachdem Christoph Dasburg im Jahr 1902 verstarb wurde der Betrieb zunächst von einem Herrn Rutt weitergeführt. Bald übernahmen aber die 1888 und `89 geborenen Söhne Peter Karl und Hubert Matthias Dasburg die Glasschleiferei und lieferten ihre Produkte weiterhin  bis in die Städte nach Köln, Bonn, Düren und Düsseldorf. Um die Wasserkraft effektiver ausnutzen zu können, erhielt der Betrieb 1914 mit dem Einbau einer Francis-Wasserturbine eine erste Modernisierung. Nach dem II. Weltkrieg bauten Karl und Ernst, Söhne des Hubert Matthias und der Anna Friesen, den Betrieb zu einer Glaserei um und führten weitere bauliche Maßnahmen durch. Der heutige Firmenchef Christoph Dasburg, Sohn von Karl Dasburg und der Ursula geb. Blenk,  führt den Betrieb nach weiterer umfangreicher Modernisierung und baulichen Erweiterungen in der 4. Generation.

Quellen: Unterlagen zur Mehlmühle und der Glasschleiferei im Besitz der Familie Dasburg, Breitenbenden und Herrn Daniel Heidenbluth in Köln.

                                   

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